Warum wir es tun: soziale Wirkung

Vielen jungen Flüchtlingen fehlen sprachliche, digitale und kulturelle Kompetenzen. Daher dauert es oft mehrere Jahre, bis sie Anschluss an ihre deutschsprachigen Altersgenossen finden. Sie können auch den Anforderungen vieler Arbeitgeber nicht gerecht werden, die Medienkompetenzen bei den Bewerbern voraussetzen.

Blogger-Workshops ergänzend zum Unterricht in der Schule

Vereine, Hilfsorganisationen, private Initiativen und die Agenturen für Arbeit bieten zwar Bewerbungstrainings am Computer an, aber sie motivieren die jungen Flüchtlinge nicht zum selbständigen Arbeiten im Internet.

Die Schule wäre ein optimaler Ort zum Erlernen der digitalen Kompetenzen – dort allerdings treffen die Flüchtlinge auf Lehrer, die aufgrund der jetzigen Lehrpläne oft nur mit herkömmlichen Methoden Deutsch, EDV und Informatik unterrichten. Der „Monitor Digitale Bildung“ der Bertelsmann-Stiftung und die Studie „Wie lernen Lehrer?“ der Vodafone Stiftung zeigen, dass den meisten Lehrern eigene Medienkompetenzen fehlen und dass sie nur selten moderne Tools im Unterricht einsetzen.

Der Lehrplan für den EDV-Unterricht an Regelschulen sieht bislang „nur“ die Vermittlung von Basisqualifikationen wie das Einloggen und Tippen vor.

Später lernen die Schüler zwar auch Word, Excel und Powerpoint kennen – wie aber Facebook, Instagram & Co. mit YouTube, Webseiten und Blogs zusammenhängen und wie sie diese Medien aktiv für sich selbst nutzen können, das erfahren sie in der Schule meist nicht.

Mit den Angeboten der Blogger-Schule München wollen wir diese Lücke schließen, damit Lehrer eigene digitale Kompetenzen entwickeln (Train-the-Trainer-Fortbildungen) und jungen Flüchtlingen den aktiven Umgang mit den neuen Medien beibringen können.

Blogger-Schule München: Integration durch (digitale) Bildung

Diesen Gedanken setzen wir für zwei Zielgruppen um.

Die erste Zielgruppe sind Flüchtlinge im Alter zwischen 15 und 25 Jahren. Ihnen bieten wir regelmäßige Blogger-Workshops an. Um eine einheitliche Qualität zu sichern, entwickelt die Blogger-Schule München einen eigenen Lehrplan und eigene Unterrichtsmaterialien. Die soziale Wirkung:

  • Die Flüchtlinge verbessern ihre Deutschkenntnisse, lernen verschiedene digitale und kreative Ausdrucksformen kennen und steigern so ihr Selbstwertgefühl.
  • Sie werden selbständiger, erwachsener und teamfähiger.
  • Wenn sie ihre Teilnahmezertifikate bei Bewerbungen mitschicken, erhöht das ihre Chancen, auf dem hart umkämpften Arbeitsmarkt einen Praktikums- oder Ausbildungsplatz zu erhalten.
  • So können sie sich schneller in unsere Gesellschaft integrieren.

Die zweite Zielgruppe sind die Lehramtsstudenten, Referendare und Lehrer in Regelschulen. Sie lernen bei der Blogger-Schule München im Rahmen von Train-the-Trainer-Fortbildungen, den jungen Flüchtlingen alles rund ums Bloggen beizubringen. Die soziale Wirkung:

  • Die Lehrer erwerben fachliche, didaktische und methodische Kompetenzen, um jungen Flüchtlingen das Bloggen beizubringen.
  • Referendare und Lehrer an Regelschulen erweitern damit ihr Angebot und können ihren Unterricht sinnvoll ergänzen.
  • Auch die Arbeitsmärkte profitiert von den Workshops der Blogger-Schule, weil die jungen Flüchtlinge Medienkompetenzen erwerben, die für viele Arbeitgeber attraktiv sind.

Blogger-Schule München: ein wirkungsvoller Ansatz

Unser Konzept ist bislang einzigartig in Deutschland, und es geht über die bisherigen Angebote zur „Integration durch (digitale) Bildung“ hinaus. Denn das Bloggen – und alles, was dazu gehört – ist vor allem für junge Leute eine reizvolle Medientechnik:

  • Das Bloggen fordert Flüchtlinge heraus, das Internet nicht nur passiv als Leser zu konsumieren, sondern aktiv als Autoren mitzugestalten.
  • Durch die Möglichkeit, dass man Blogbeiträge kommentieren kann oder als Spam auch in den Papierkorb schieben kann, erleben die jungen Flüchtlinge, was das Web 2.0 bedeutet, welche Vorzüge die direkte Kommunikation hat, aber auch welche Probleme damit verbunden sind.
  • Junge Flüchtlinge werden damit Teil einer Medienöffentlichkeit und haben an sich selbst den Anspruch, sprachlich gute Texte zu formulieren. Das ist eine wirkungsvollere Motivation als beim klassischen Deutsch- und EDV-Unterricht an den Schulen, weil das Deutschlernen beim Bloggen wie nebenbei und von innen heraus funktioniert.
  • Die Ergebnisse auf dem Schulblog sind weltweit barrierefrei zu sehen, was bei den anderen Aktivitäten der jungen Flüchtlinge auf Facebook, Instagram & Co. nicht gegeben ist.

Durch die Train-the-Trainer-Fortbildungen vergrößert die Blogger-Schule die Anzahl der medienkompetenten Lehrer in Deutschland, sodass wir über diese Multiplikatoren sehr viele junge Flüchtlinge erreichen können.


Hier erfahren Sie, wie wir auf die Idee zur Blogger-Schule für junge Flüchtlinge kamen, welches Konzept wir entwickelt haben, was wir bei den Blogger-Workshops erleben und mit welchen Kooperationspartnern wir zusammenarbeiten.


Zeichnung: Isabelle Dinter

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